In den letzten Jahren konnten sich immer mehr Menschen für die Natur begeistern. Der Ein oder Andere wurde von der Faszination für unsere gefiederten Freunde gepackt und nutzt nun jede Gelegenheit, die sich zur Vogelbeobachtung bietet. Im Katinger Watt an der Eidermündung in Schleswig-Holstein ergeben sich ebendiese Gelegenheiten, denn es stellt mit seinen Feuchtwiesen, Gewässern, Beobachtungs- und Informationsmöglichkeiten einen idealen Ort für Pflanzen, Tiere und Menschen gleichermaßen dar.

Die Leica-Hütte ist eine der drei Vogelbeobachtungshütten im Katinger Watt. Sie ist die Neueste der drei Hütten und konnte dank der freundlichen Unterstützung von Leica im Jahr 2016 errichtet werden. Seitdem lädt die Hütte jeden Tag aufs Neue zahlreiche Beobachter*innen zur Vogelbeobachtung ein. Die malerische Landschaft mit Blick auf Hein-Hoops-Teich, einer Brutinsel und kleinen Schilfbeständen lockt nicht nur Naturfreund*innen, sondern auch zahlreiche Vögel an. Über den Jahresverlauf lassen sich hier die unterschiedlichsten Arten blicken und so einige außergewöhnliche Beobachtungen machen.

Die fünf Luken der Leica-Hütte bieten selbstverständlich auch Fotograf*innen einen tollen Ausblick auf Hein-Hoops-Teich. Vor Wind und Wetter geschützt lässt es sich gemütlich ausharren, bis der perfekte Moment auf der Kamera festgehalten werden kann. Zwei weitere Luken am Boden der Hütte ermöglichen es Fotograf*innen eine neue Perspektive für Fotografien auf Augenhöhe einzunehmen.

Nicht alle Arten vor der Leica-Hütte sind Zugvögel. Manche Vögel lassen sich ganzjährig beobachten, wie zum Beispiel Grau- und Silberreiher, Stock- und Schnatterenten, Rohrammern, Turmfalken und viele weitere spannende Arten.

Neben den Vögeln fühlen sich auch andere Tiere vor der Leica-Hütte wohl: So lassen sich des Öfteren auch Bisame blicken, die ihre Burgen an Gewässerrändern bauen.

Das Gewässer vor der Leica-Hütte ist das ganze Jahr über ein wahres Entenparadies. Im Frühjahr sind die Enten dort aber besonders ansehnlich, denn noch schillern die Gefieder der Enten in den buntesten Farben. Mit ihrem imposanten Prachtkleid wollen die Erpel den Weibchen imponieren, denn schon bald geht es auch bei den Enten ans Balzen.

Sturmereignisse treiben aber auch einige ungewöhnliche Gäste vor die Leica-Hütte. Dreizehenmöwen, Trottellummen und Trauerenten werden von kräftigen Sturmböen an die Küste bis vor die Leica-Hütte gepustet. Die entkräfteten Tiere finden hier einen geschützteren Ort.

Den Winter verbringen tausende Weißwangengänse im Katinger Watt. Auch vor der Leica-Hütte lassen sich gerne große Schwärme zum Ruhen und Baden nieder. Sie lassen sich dann sowohl vom alten Eiderdeich, als auch aus den Fenstern der Leica-Hütte, beobachten.

Die nordischen Gänse sind aber nicht die einzigen Wintergäste, die sich vor der Leica-Hütte blicken lassen. Singschwäne, Zwergschwäne, Zwergsäger und viele hier überwinternde Enten statten der Leica-Hütte in den ersten Monaten des Jahres beinahe regelmäßig einen Besuch ab und ziehen ihre Bahnen auf dem Gewässer. Wer Zeit und Geduld mitbringt, entdeckt sicherlich auch, wie der ein oder andere Stichling von den Zwergsägern ertaucht und gefressen wird.

Im Frühling werden die Tage schon länger, die Sonne scheint häufiger und es wird langsam wärmer. Die Wintergäste sind immer seltener zu Gesicht zu bekommen, bis sie schließlich alle wieder in den Norden verschwunden sind. Der Frühling wird im Katinger Watt durch den laut-schallenden Gesang der Feldlerchen eingeläutet, die hier besonders früh mit ihren Balzflügen beginnen. Auch die anderen Wiesenvögel statten der Leica-Hütte häufig einen Besuch ab und können dabei bestaunt werden, wie sie in wilden Flugmanövern Insekten aus der Luft greifen.

Nicht nur die Wiesenvögel, sondern auch Trauerseeschwalben führen ihre Flugkunststücke liebend gerne vor der Leica-Hütte vor. Blitzschnell sausen sie über Hein-Hoops-Teich und schlagen sich ihre Mägen mit Fluginsekten voll.

Mit dem einkehrenden Frühling kommen die Vögel langsam in Balzstimmung. Besonders die Balz der Haubentaucher lässt sich aus den Fenstern der Leica-Hütte hautnah miterleben. Die Partner überreichen sich gegenseitig kleine Geschenke in Form von frisch gefangenen Fischen und drücken ihre Zuneigung durch den sogenannten „Pinguin-Tanz“ aus.

Andere Vögel machen eher durch ihren Gesang auf sich Aufmerksam, wie zum Beispiel die Schilfrohrsänger und die Rohrammern, die besonders am Morgen die höchsten Schilfhalme erklimmen und von dort aus mächtig Lärm machen.

Nach und nach kommen immer mehr Limikolen aus dem Süden an und bei jedem Besuch der Leica-Hütte wird man von neuen Arten überrascht. Zu den ganzjährig hier vorkommenden großen Brachvögeln gesellen sich schon bald die ersten Rotschenkel, die mit ihren langen Beinen die Wasserkante entlang waten.

Das Grün der Brutinsel wird von Sand-, und manchmal auch Flussregenpfeifern bevölkert und auch ein durchziehender Temminckstrandläufer stattete der Leica-Hütte einen Besuch ab. Den ein oder anderen Säbelschnäbler verschlägt es aus der nahegelegenen Brutkolonie vor die Fenster der Leica-Hütte.

Auch Knäkenten finden im Sommer ihren Weg vor die Leica-Hütte.

Die Leica-Hütte ist nicht nur für begeisterte Ornithologen und Naturfotograf*innen ideal geeignet, sondern bietet auch zahlreichen Schwalben ein ruhiges Plätzchen. Das Dach der Hütte ist extra mit so viel Überhang gebaut, dass die Rauschwalben von außen gemütlich ihre Nester bauen können und witterungsgeschützt brüten können. So wimmelt es im Frühjahr und Sommer von Schwalbeneltern, die für ihre hungrigen Küken reichlich Nahrung besorgen müssen.

Neben den Rauchschwalben haben auch die anderen Vögel nun Nachwuchs. Die Nilgansküken sind als erstes geschlüpft und waren schon Anfang April zu beobachten. Langsam streifen auch erste Graugansfamilien vor den Hütten vorbei.

Die Blässhühner ziehen gemeinsam mit ihren Küken vor der Leica-Hütte ihre Kreise und eine große Stockentenfamilie macht Hein-Hoops-Teich unsicher. Auch bei den Haubentauchern gibt es Nachwuchs, der auf dem Rücken der Eltern die Welt erkundet und auch bei Tauchgängen mit dabei ist.

Anders als die Nonnengänse bleiben die Graugänse ganzjährig bei uns. Zur Mauser versammeln sich sogar umso mehr von ihnen im Katinger Watt. Bei der Mauser werfen sie alle zum Fliegen benötigten Federn auf einmal ab und bleiben daraufhin für ein paar Wochen flugunfähig. In dieser Zeit kommen auch besonders viele Seeadler vorbei, denn mit den Graugänsen, die nur zu Fuß fliehen können, bietet sich den faulen Jägern ein großes Buffett. Wer ein Leica-Fernglas dabei hat, kann selbst bei Gegenlicht beobachten, wie die Seeadler ihrer Beute nachstellen.

Auch der längste und schönste Sommer ist irgendwann vorbei und viele Arten verlassen uns wieder, um im warmen Süden zu überwintern. Zuvor präsentiert sich der Herbstzug der Vögel aber nochmal von seiner besten Seite. Viele Brutvögel der Arktis machen auf der Durchreise im Wattenmeer Halt. Dort legen sie einen Zwischenstopp auf ihrer Route ein, um sich auf der Hälfte der Strecke nochmal ordentlich vollzufressen und sich von den Strapazen des Zuges zu erholen. Bei Hochwasser verschlägt es diese Vögel dann auch gerne vor die Leica-Hütte.

Während die Einen gehen, kommen die Anderen wieder: Nonnengänse, Sing- und Zwergschwäne, Zwergsäger und andere gern gesehene Wintergäste kehren zum Ende des Jahres vor die Leica-Hütte zurück. Auch unsere Enten mausern wieder ins Prachtkleid und bestechen durch strahlende Farben, die mit unserer Leica-Optik auch in der dunkleren Jahreszeit noch perfekt zu sehen sind.

Damit ist ein weiteres Jahr mit vielen spannenden Beobachtungen an der Leica-Hütte vergangen. Treuer Begleiter waren unsere Leica-Ferngläser, die wir immer mit dabeihaben, um jeden Moment in seiner vollen Schönheit auskosten zu können. Egal ob im Frühling, Sommer, Herbst oder Winter – die Leica-Hütte bietet zu jeder Zeit eine herausragende Möglichkeit, der Natur ein kleines Stück näher zu kommen. Aktuelles und weitere Informationen finden Sie auf unserer Homepage www.NABU-Katinger-Watt.de oder rufen Sie uns unter 04862 8004 an.

Unser Dank gilt der Leica Camera AG, die immer wieder Großprojekte rund um die Vogelschutzgebiete unterstützt. Vielen Dank für diese langjährige Partnerschaft!

 

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